Aktuelles von der BURG FÜRSTENECK

18. Februar 2018

Besuch der Otto Bartning Ausstellung in Darmstadt - 18.02.2018

Der Gründungs-Architekt der Bildungsstätte BURG FÜRSTENECK wird gewürdigt.

Zu einer Sonderveranstaltung laden der Freundeskreis der Burg Fürsteneck und die Musische Gesellschaft alle Interessierten ein:

Otto Bartning-Ausstellung in Darmstadt
Wir wollen mit allen Interessierten, die das einrichten können, am Sonntag, den 18. Februar 2018 um 12:00 Uhr in Darmstadt die Ausstellung über den Architekten Otto Bartning besuchen.

www.mathildenhoehe.eu/ausstellungen/bartning/
Nach dem Besuch der Ausstellung ist ein gemeinsames Mittagessen geplant.

Otto Bartning (1883 – 1959) war der Architekt, der den Umbau der Burg Fürsteneck zur Bildungsstätte leitete. Er gehörte zusammen mit Walter Gropius zu den Vorbereitern und Ideengebern der Bauhaus-Bewegung. „Die Form folgt der Funktion“ war einer der Leitsprüche, die zurückhaltende moderne Formensprache ein Markenzeichen. Ab 1926 bis zum Beginn des Nationalsozialismus war Bartning Direktor der neuen Bauhochschule in Weimar. Bekannt wurde er vor allem als Kirchenbaumeister. Mehr als 150 Kirchen wurden nach seinen Entwürfen realisiert, darunter auch zahlreiche „Notkirchen“, die mit knappen Mitteln die klaffenden Lücken nach dem 2. Weltkrieg zu schließen halfen. Ab 1950 lebte er in Darmstadt und wurde zum Präsidenten des Bundes Deutscher Architekten gewählt.

In den 20er Jahren begegnete Bartning Georg Götsch bei einer Aufführung mit Chorgesang und Kontratänzen und war beeindruckt. Als Folge dieser Begegnung und der sich entwickelnden Freundschaft übernahm er 1928/29 die Errichtung des von Georg Götsch gegründeten Musikheims in Frankfurt an der Oder. Das war eine Ausbildungsstätte für Musikpädagogen und Lehrer im Geiste der Jugendmusikbewegung der 20er Jahre, die ihrerseits von Georg Götsch maßgeblich mitgeprägt war. (www.de.wikipedia.org/wiki/Musikheim) Inhaltlich und vom Geiste her war das Musikheim ein Vorläufer der musischen Bildung auf BURG FÜRSTENECK. 

Als 1952 der Verein „Heimvolkshochule Fürsteneck“ gegründet wurde und den Umbau der heruntergekommenen Staatsdomäne in eine Bildungsstätte vor sich hatte, war Georg Götsch wieder mit dabei. Er übernahm es, seinen Freund Otto Bartning um Hilfe zu bitten. Bartning winkte ab. Er hatte gerade eben den Auftrag zum Wiederaufbau Helgolands übernommen. Aber aus alter Freundschaft erklärte er sich zu einem Beratungsbesuch bereit. Die Geschichte erzählt dann, dass er die Burg von den umliegenden Hügeln betrachtet und sich ihr in einer Spirale genähert habe, bis er auf dem Burghof stand und sagte: „Ich baue“. So sehr hatte er sich spontan in die Burganlage verliebt.

Für die Bildungsstätte war das einer der entscheidenden Glücksfälle. Der zurückhaltende (und nicht historisierende) Stil in den alten Gemäuern hat die Atmosphäre für die jahrzehntelange, offene Bildungsarbeit geschaffen. Vor allem in unserer Burghalle hat Bartning auch architektonische „Zitate“ aus dem Frankfurter Musikheim übernommen. Wenn auf dem Bild der Halle in Frankfurt/Oder die zweistufige Bühne mit dem seitlichen Treppenaufgang zur Empore sieht, fühlt man sich als „Fürstenecker“ doch gleich zu Hause. Und die Älteren Burgbesucher werden sich auch noch an die Kugelleuchten in der Halle erinnern, die wir zwischenzeitlich durch hellere Lampen an den gleichen Stellen austauschen mussten, um dem gestiegenen Helligkeitsbedürfnis zu entsprechen.

Von Bartning stammen auch die Sprüche: „Wir sind und bleiben ewig Lernende“ und „Bildung findet in leeren Räumen statt“ (sinngemäß).

Als wir ab 2003 die Burg grundlegend saniert und innen modernisiert haben, haben wir auf die gedanklichen und stilistischen Vorgaben von Otto Bartning immer Bezug genommen. Auch wenn danach außer der Halle nicht mehr viel von der Innenausstattung „original“ von Bartning ist, wirkt er bis heute auf BURG FÜRSTENECK fort. In der Außenansicht ist noch mehr von Bartnings Umbau erhalten.

Das Museum Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe in Darmstadt zeigt die Otto Bartning Ausstellung mit dem Untertitel „Architekt einer sozialen Moderne“ vom 19.11.2017 bis 18.03.2018. Speziell auf BURG FÜRSTENECK geht die Ausstellung nicht ein. Lohnend ist sie dennoch!

Wir treffen uns um 12.00 Uhr an der Mathildenhöhe, können etwa eine halbe Stunde lang die Ausstellung auf eigene Faust erkunden, hätten um 12.30 Uhr eine Führung, die ca. eine Stunde dauert. Der Eintritt kostet 5 € (ermäßigt 3 €), die Kosten der Führung übernehmen wir aus den Vereinskassen des Freundeskreises und der Musischen Gesellschaft.

Danach wäre noch ein wenig Luft, und wir könnten um 14 Uhr gemeinsam essen gehen. Gleich um die Ecke liegt ein sehr (!) leckeres persisches Restaurant (nicht ganz billig, aber auch nicht überteuert), in dem wir einen Tisch bestellen wollen. (Übrigens könnte man danach mit seiner Karte wohl nochmal in die Ausstellung.)

Die Mathildenhöhe in Darmstadt ist ab dem Hauptbahnhof (Ankunft bis 11:30 Uhr) mit der Buslinie F oder RH zu erreichen. Von den Zielhaltestellen zur Mathildenhöhe sind es jeweils ca. 6 Minuten oder knapp 500m Fußweg. Details zur Anreise schreiben wir den Angemeldeten dann noch.

Überraschungsteilnehmende werden wir zwar nicht mit Missachtung strafen, aber um den Tag vorbereiten, die Führung und den Mittagstisch richtig bestellen zu können, und auch um letzte Informationen weiter zu geben, brauchen wir Ihre Anmeldung bitte bis spätestens 11.02.2018. unter freundeskreis@burg-fuersteneck.de. Auch Gäste außerhalb des Freundeskreises und der Musischen Gesellschaft sind herzlich willkommen.

Otto Bartning um 1950

Otto Bartning um 1950

Musikheim Frankfurt/Oder Halle

Musikheim Frankfurt/Oder Halle

Musikheim Frankfurt/Oder Außenansicht

Musikheim Frankfurt/Oder Außenansicht

Kontratanz "Bartnings Neubau"

Kontratanz "Bartnings Neubau"