Musik des Mittelalters

Die Fortbildungsreihe beginnt im Herbst 2017.  

Die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Weitere Informationen: bildung(at)burg-fuersteneck.de / +49-(0)6672-9202-0


Fortbildung zur Musik des Mittelalters
Frühe Musik der Hohen Stände

Leitung: Marc Lewon / Dr. Uri Smilansky / Baptiste Romain


Die Fortbildung im Überblick:

Dauer: 12 Präsenzeinheiten, je 2,5 Tage innerhalb von ca. zwei Jahren
Aufbau: Jede Präsenzeinheit bietet musikpraktische und musiktheoretische Inhalte.
Ziel: Musikalische und musiktheoretische Professionalisierung im Kontext der Musik des Mittelalters
Zielgruppe: Professionelle Musiker/innen und Musikpädagog/innen sowie Musikstudierende
Inhalte: Vom 11. Jh. bis zum 15. Jh. werden verschiedene länderspezifische Inhalte und Stilepochen praktisch und theoretisch erarbeitet.
Abschluss: Zertifikat und Abschlusskonzert 

Kosten:
In den Kosten enthalten sind neben der Kursgebühr die Übernachtung im Doppelzimmer (Einzelzimmer mit Aufpreis möglich) und die Verpflegung (Frühstück, Mittag, Kaffee&Kuchen, Abendessen). Die Abrechnung der Einheiten erfolgt pro Einheit und wird vier Wochen vor Beginn der jeweiligen Einheit fällig.
Eine Anmeldung ist, mit Ausnahme einer partiellen Teilnahme am musikwissenschaftlichen Teil, nur für die gesamte Fortbildung erforderlich. Das Versäumen einzelner Abschnitte befreit nicht von der Zahlungsverpflichtung. Einzelne Einheiten zu buchen / zu versäumen ist nur in begründeten Ausnahmefällen und nach persönlicher Absprache möglich.

Die Ausgangslage
Die berufs- und studienbegleitende „Fortbildung zur Musik des Mittelalters“ auf BURG FÜRSTENECK schließt eine Informations- und Ausbildungslücke, insbesondere für praktizierende Musiker/innen sowie Musikstudierende, die hier eine breit aufgestellte und fundierte praktische und theoretische Einarbeitung in die Besonderheiten und Schönheiten Früher Musik erfahren.
Die inhaltliche Leitung der Fortbildung übernehmen mit Marc Lewon, Dr. Uri Smilansky und Baptiste Romain drei international anerkannte Fachleute, sowohl in der musikhistorischen Forschung wie in der zeitgemäßen Interpretation Früher Musik. Die zwölf Einheiten der Fortbildung werden teilweise von den Leitern der Fortbildung selbst und teilweise von für das jeweilige Themengebiet vorgesehenen Fachdozenten durchgeführt. 

Fortbildungsinhalte
Um eine beispielhafte Einführung in die Vielzahl der unterschiedlichen Stile und in die übergroße Menge der überlieferten Musik zu ermöglichen, sind die einzelnen Kursblöcke schwerpunktmäßig stets einer Stilepoche innerhalb des Mittelalters gewidmet. So wird jeweils ein klar abgegrenztes Repertoire intensiv behandelt und es bleibt gewährleistet, dass die wichtigsten Stile und Quellen im Verlauf der Fortbildung gleichwertige Aufmerksamkeit erfahren. Zur Vertiefung des erlernten Repertoires arbeitet die Fortbildung mit dem System der „Überlagerung“. Am ersten Tag jeder neuen Einheit wird bereits Behandeltes nachbereitet.

Die 12 Einheiten

1. Einheit: 03.-05.11.2017 "...wie es war im Anfang" (vom Ende der Antike bis zum 11. Jh.)

  • Einführung in das Kursprogramm, Überblick zur Musik des Mittelalters
  • Antike Musik/Gregorianischer Choral/Neumen
  • Epenvortrag, Lateinisches Lied

2. Einheit: 08.-10.01.2018 Ars Trobar (weltliche Einstimmigkeit im 12./13. Jh.)

  • Trobadors, Trouvères, Minnesänger

3. Einheit: 16.-18.03.2018 Aquitanische Polyphonie (9. - 12. Jh., Frankreich)

4. Einheit: 07.-09.05.2018 Notre Dame-Epoche (frühes 13. Jh., Frankreich)

5. Einheit: 08.-10.06.2018 Ars Antiqua (spätes 13. Jh., Frankreich)

6. Einheit: 31.08.-02.09.2018 Der Roman de FAUVEL (frühes 14. Jh., Frankreich)

7. Einheit: 02.-04.11.2018 Trecento (14. Jh., Italien)

8. Einheit: 07.-09.01.2019 Ars Nova (14. Jh., Frankreich)

9. Einheit: 15.-17.03.2019 Ars Subtilior (um 1400, Italien und Frankreich)

10. Einheit: 27.-29.05.2019 Burgundische Chanson (15. Jh.)

11. Einheit: 16.-18.08.2019 Diminuition, Improvisation, Intavolierung (Instrumentalmusik, 15. Jh.)

12. Einheit: 13.-15.09.2019 Sangspruchdichter, Meistersänger (15. Jh., deutschsprachig)

Die Referentinnen und Referenten behalten sich vor, den Lehrplan entsprechend dem Kursverlauf sinnvoll zu ändern oder anzupassen.

Partielle Teilnahme: Musikwissenschaftlicher Zweig
Personen mit vorrangig musikwissenschaftlichem Interesse erhalten auf Anfrage die Möglichkeit einer partiellen "passiven" Teilnahme speziell an den musikgeschichtlich-theoretischen Unterrichtseinheiten, die jeweils am mittleren Tag der Präsenzblöcke liegen.

Gliederung der Kursblöcke
Die einzelnen Unterrichtstage haben jeweils unterschiedliche Schwerpunkte, auch wenn die thematischen Übergänge naturgemäß fließend und sinnvolle Abweichungen jederzeit möglich sind.

Musikpraxis

A) Ensembleunterricht

  • Ensemblespiel - Umsetzung von Kompositionen in kleinen Besetzungen
  • Repertoire - schneller Überblick über vorhandene Kompositionen einer Stilepoche
  • Notation und Blattlesen (von historischer Notation) - Umgang mit Faksimiles der originalen Handschriften
  • Improvisation - Methoden stilgerechten Improvisierens (ein- und mehrstimmig)
  • Praktische Gehörbildung - in enger Verbindung mit der Improvisation, wobei der Fokus jedoch von stilistischen hin zu intervallischen Phänomenen verschoben wird

B) Einzelunterricht vor der mit-lernenden Gruppe

  • Interpretation - stilistische Fragestellungen
  • Technik - Instrumentalspiel und Gesang, z.B. Erörterung von Fragen beim Umlernen von einem modernen auf ein historisches Instrument (Spezielle instrumentenspezifische Fragestellungen müssen ggf. extern bearbeitet werden.)
  • Solo-Repertoire - individuelle Erarbeitung von Stücken unterschiedlicher Epochen
  • Präsentation - Einzelarbeiten und Ergebnisse der häuslichen Arbeitsphasen

Musikgeschichte und Musiktheorie

Die Musik des Mittelalters ist von den Hörgewohnheiten eines modern geschulten Ohres recht weit entfernt. Daher ist es auch für praktizierende Musiker unumgänglich, durch theoretische Beschäftigung mit den Quellen, Satztechniken und dem kulturellen Umfeld der Musik, einen Zugang zu dieser alten und zugleich neuen Klanglichkeit zu finden.
Am in der Mitte des jeweiligen Kursblocks gelegenen "Theorietag" können primär musikwissenschaftlich interessierte Teilnehmende zur Kerngruppe der Fortbildung hinzukommen.

Überwiegend praxisbezogene Referate und Diskussionsvorträge 

  • Musikgeschichte - zeitgeschichtliches Umfeld und kultureller Kontext
  • Aufführungspraxis und Instrumentenkunde - ein Blick auf historische Quellen und Abbildungen
  • Theoretische Gehörbildung - Schärfung des Ohres für spezifisch mittelalterliche Klangphänomene als Hilfe bei der praktischen Aufführung und beim Musikgenuss
  • Notationskunde - die tatsächliche Überlieferung des jeweils behandelten Repertoires in den Handschriften und das Lesen der originalen Notation
  • Satzlehre - Verständnis von Kontrapunkt und Melodiebildung der jeweiligen Stilepoche, Analyse der Kompositionen im Dienste der Aufführung (Bei hinreichender Qualifikation und Einarbeitung können Teilnehmende dabei auch lernen, fehlende Stimmen stilsicher zu ergänzen oder eigene Fassungen zu komponieren.)
  • ggf. Dozentenvorspiel - thematische Klangbeispiele Früher Musik

Fortbildungsbegleitende Aspekte
Eine Web-Plattform stellt für alle Blöcke zusätzliche Informationen und Materialien (zur Vor- und Nachbereitung) zum Download bereit. Dort gibt es auch die Möglichkeit, Literatur zu sichten und das bestehende Netzwerk ehemaliger und aktueller Teilnehmer/innen (geschützt) einzusehen. Die Fortbildung zur Musik des Mittelalters erfordert den persönlichen Einsatz aller Teilnehmenden. Die Bereitschaft und Fähigkeit zur intensiven Weiterarbeit und regelmäßigen Vor- und Nachbereitung zwischen den einzelnen Unterrichtsblöcken ist Voraussetzung zur Teilnahme.

Leitung
Die inhaltliche Leitung der Fortbildung liegt bei Marc Lewon (Basel, Oxford, Wien), Dr. Uri Smilansky (Salisbury) und Baptiste Romain (Basel). Je nach Bedarf und Möglichkeit werden andere Fachleute hinzugezogen. Für ausgewählte Einheiten gab es bislang eine Zusammenarbeit mit Nicoletta Gossen/Musikgeschichte, Karin Paulsmeier/ Notationskunde, Markus Jans/Satzlehre und Benjamin Bagby/Praxis.

Abschluss
Über die erfolgreiche Teilnahme an der Fortbildung zur Musik des Mittelalters stellt BURG FÜRSTENECK ein Teilnahme-Zertifikat aus.

Anmeldung, Teilnahme, mehr Informationen
Die neue Fortbildungsreihe wird im Herbst 2017 beginnen. Eine Gruppengröße von 12 bis mind. 16 Teilnehmenden ist jedoch notwendige Voraussetzung. An der Teilnahme Interessierte sollten profunde musikalische Erfahrung, idealerweise in Form einer Hochschulausbildung, nachweisen können. Bei Interesse und für Rückfragen melden Sie sich gerne unter +49-(0)6672-9202-0.

Musik-Beispiele
Fünf Beispiele aus unterschiedlichen Epochen und Stilrichtungen des Mittelalters finden Sie [hier]. Diese Beispiele sollen einen Eindruck von der Thematik der "Fortbildung zur Musik des Mittelalters auf BURG FÜRSTENECK" vermitteln.


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