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BURG FÜRSTENECK
12. Etappe für Alte Musik und Historischen Tanz
auf BURG FÜRSTENECK
In Zusammenarbeit mit dem Ensemble
"Oni Wytars"
9. bis 11. März 2012
"ALLA TURCA"
Fremdländische Einflüsse in der Alten Musik und im Historischen Tanz
"Der Charakter dieser Musik ist kriegerisch, da er auch feigen Seelen den Busen hebt. Wer aber das Glück gehabt hat, die Janistscharen selbst musicieren zu hören, deren Musikchöre gemeiniglich achtzig bis hundert Personen stark sind; der muß mitleidig über die Nachäffungen lächeln, womit man unter uns meist die türkische Musik verunstaltet [...] Kurz, die türkische Musik ist unter allen kriegerischen Musiken die erste, aber auch die kostbarste, wenn sie so vollkommen seyn soll, als es ihre Natur, und ihr heroischer Zweck erheischt.
Christian Friedrich Daniel Schubarts 1784
„1001 Nacht“ – Fremde Märchen, Bilder und Klänge faszinieren und bewirken einen steten Kulturaustausch. Die „Mohren“ („Mauren“) und „Sarazenen“ waren frühe Verallgemeinerungen für das (orientalische) Fremde. Gerade die Musik aber schlägt Brücken, selbst da, wo politisch/militärisch harte Rivalität herrscht. So lässt sich ein Austausch von Musikinstrumenten zwischen dem christlichen Abendland und dem islamischen Orient bereits im Hochmittelalter beobachten. Im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit steigert sich das Interesse an exotisch anmutenden Kulturgütern.
In der Renaissance- und Barockzeit war der Zugang der „gebildeten Welt“ zum Andersartigen geprägt von Neugier und Sensationslust aber gepaart mit einer Tendenz zur Abwertung. Die Menschen fremder Länder und Erdteile wurden als „unzivilisiert“ im Gegensatz zur eigenen „zivilisierten Gesellschaft“ wahrgenommen, Ureinwohner waren „Wilde“, Andersgläubige „Heiden“. Ab dem 16. Jahrhundert begann im Zuge der Kolonialisierung eine wahre Sammelleidenschaft fremder Kulturgüter, die in so genannten „Wunderkammern“ besichtigt werden konnten. Selbst fremde Fauna und Flora wurde importiert.
Die diplomatischen Verbindungen und kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich bewirkten, dass dessen Kultur und Musik schon ab dem 15. Jahrhundert auf die politische und geistige Elite des Abendlandes Eindruck machten. Während der Türkenkriege lernten die christlichen Europäer die Militärmusik der Osmanen genauer kennen. Die Musik der „mehterhâne“, der osmanischen Militär- und Repräsentationskapellen, wurde oft verallgemeinernd als „türkische“ oder auch als „Janitscharenmusik“ bezeichnet, da sie nahezu stets im Gefolge der Elitetruppe der Janitscharen als deren Kriegs- oder Marschmusik wahrgenommen wurde. Sie wurde zu einem musikalischen Vorbild für die europäische Militärmusik und als „alla turca“ für eine Modeströmung in der europäischen Kunstmusik des 18. und 19. Jahrhunderts. Selbst nur die entsprechenden Instrumentalensembles (z. B. Piccoloflöte, Triangel, Becken, große Trommel) wurden schließlich als „türkische Musik“ bezeichnet. Neben den Instrumenten sind für den alla turca-Effekt in der europäischen Kunstmusik die Wechsel zwischen Dur und Moll, starke dynamische Kontrastwirkungen, Unisono-Passagen und Motivwiederholungen von besonderer Bedeutung.
Zu einem Modell für zahlreiche „turqueries“ wurde im späten 17. Jahrhundert die Türkenszene aus Jean-Baptiste Lullys Oper „Le Bourgeois Gentilhomme“. Ludwig XIV hatte darin eine Parodie auf die Türken verlangt, nachdem er sich selbst bei einer gescheiterten diplomatischen Mission lächerlich gemacht hatte.
Eine regelrechte "Türkenmode“ wurde in den Jahren 1721 und 1742 durch osmanische Gesandtschaften ausgelöst, die in ihrer Begleitung echte Janitscharenkapellen an den französischen Hof brachten. Auf verschiedenen Karnevals, unter anderem in Rom 1748 und Neapel 1778, wurden von der französischen Akademie große Maskeraden mit eigens dafür komponierter Musik inszeniert. Eine spezifische muslimische Zeremonie, die „Karawane des Sultans nach Mekka“, diente darin zur Schaustellung türkischer Kostüme. Auch die „Orientalistik“, eine neue Wortschöpfung, konnte sich im 18. Jahrhundert als akademische Disziplin in gelehrten Kreisen etablieren. Maria Theresia gründete 1754 die Wiener Orientalische Akademie: Das Morgenland und alles, was damit verbunden wurde, erhielt Salonfähigkeit. Nicht zuletzt die Eroberungen Napoleons in Ägypten faszinierten die europäischen Zeitgenossen und regten deren Fantasie nachhaltig an.
Nicht vergessen sei auch, dass sowohl in der arabischen Welt als auch im Westen von Alters her die Vokalmusik im Vordergrund stand. Erst die Einflüsse der Perser, Turkmenen, Mongolen, Türken und Juden im Morgenland veränderten seit der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts den musikalischen Geschmack und bewirkten so eine zunehmende Verbreitung der Instrumentalmusik auch in Europa.
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BURG FÜRSTENECK
Am Schlossgarten 3
36132 Eiterfeld
Telefon: 06672 / 9202-0
Telefax: 06672 / 9202-30
E-mail: bildung@burg-fuersteneck.de
Internet: www.burg-fuersteneck.de |
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Bitte beachten Sie auch unsere weiteren Kurse und Seminare
im Bereich "Alte Musik"
Hinweis:
BURG FÜRSTENECK führt eine zweijährige berufsbegleitende
Fortbildung zur Musik des Mittelalters durch. Eine neue Gruppe wird im Herbst 2012 beginnen. Bei Interesse lassen Sie sich bitte unbedingt zunächst unverbindlich in unsere Interessenten-Datei eintragen.
Weitere Informationen unter >> Fortbildungsreihen
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Und das sind unsere Workshops:
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„Durch aubenteuer tal und perg...“ -
Wolkenstein auf Reisen
Ensemblemusik des Mittelalters
Leitung: Marc Lewon
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Es war wohl nicht die reine Abenteuerlust, die Oswald von Wolkenstein auf seine unglaublichen Reisen durch fast die gesamte damals bekannte Welt trieb, wenngleich er sie in seinen Texten wunderbar wirkungsvoll zu verklären und effektvoll ins rechte Licht zu rücken wusste. Es war vielmehr die geschickte Nutzung seines Gestaltungsspielraums, die Oswald als Kleinadligen im Gefolge von Herzögen und Königen von Spanien bis Russland, von Norwegen bis Marokko führte und zugleich aus einem Zweitgeborenen des mittelständischen Adels einen der bedeutendsten Ritter Tirols mit guten Kontakten in höchste Kreise machte.
Auf seinen Reisen, v. a. an die Konzile von Konstanz und Basel, sowie nach Frankreich und Italien kam er vermutlich auch in Kontakt mit den mehrstimmigen Kompositionen, die er später mit eigenen Texten versah: seine berühmten „Kontrafakturen“. Es sollen jedoch weniger diese Übernahmen fremder Kompositionen im Vordergrund des Kurses stehen als vielmehr Oswalds Eindrücke von fremden Ländern, Sprachen und Gebräuchen, die in Form von Anekdoten, Exotismen und fremdsprachlichen Einwürfen Eingang in seine Liedtexte fanden. In „Es fúgt sich“ informiert Oswald sein Publikum, dass er 10 Sprachen beherrsche und stellt zumindest die Kenntnis von 7 eindrucksvoll in seinen mehrsprachigen Liedern „Dö frayg amours“ und „Bog deprimi“ unter Beweis.
Neben Liedern mit solchen sprachübergreifenden Kunststücken werden wir im vorliegenden Kurs besonders intensiv an den Liedtexten und –melodien der anekdotenhaften „Reiselieder“ arbeiten und versuchen, Oswalds Erfahrungen im Ausland auf die Spur zu kommen. Es handelt sich dabei in erster Linie um einstimmige und erzählende Lieder Oswalds, wie „Durch aubenteuer tal und perg“, „Durch Barbarei, Arabia“ und „Es ist ain altgesprochner rat“ – das ein oder andere mehrstimmige Stück darf natürlich trotzdem nicht fehlen.
Der Kurs ist geeignet für Sänger/innen und Instrumentalisten/innen der „leiseren“ Gattungen (Lauten, Harfen, Fideln, Flöten, etc.), wobei auch Borduninstrumente z.T. eingebracht werden können. Die „nichtsingenden“ Teilnehmer sollten über ein Instrument verfügen, das auf a=440 Hz gut eingestimmt ist und das sie intonations- wie rhythmussicher beherrschen. Notenkenntnisse sind erforderlich. Es werden Noten einige Wochen vor Beginn des Kurses zur Verfügung gestellt, sodass es möglich ist, sich damit auf den Kurs vorzubereiten.
Hörbeispiel mp3 (6 MB) Oswald von Wolkenstein: "Es fúgt sich" (Marc Lewon live in Basel 2011)
Marc Lewon, Basel/Oxford/Wien, Lautenist und Musikwissenschaftler. Diplomstudium (Laute, Vielle und Gesang) an der Schola Cantorum Basiliensis. Publikationen über Frühe Musik. Konzerte, Ensembleleitung, CD-Produktionen, Lehrtätigkeit. Leiter der Fortbildung zur Musik des Mittelalters auf BURG FÜRSTENECK. Z.zt. Doktorand an der Universität Oxford unter Reinhard Strohm.
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Türkische Intrada - Das Exotische in der Bläsermusik der Renaissance
Ein Workshop für Spieler von Schalmeien, Pommern, Zinken, Posaunen, Dulzianen, Krummhörnern und anderen Renaissance-Blasinstrumenten
Leitung: Ian Harrison
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Hexen, Affen, Irre, Ausländer und andere Exoten spielten die Hauptrollen in der „Antimasque“ - einem Gegenpol sowie Vor- oder Nachspiel zur echten Maske am englischen Hofe im 16. und 17. Jahrhundert. Die lauten (bacchanalischen) Blasinstrumente wurden gerne gewählt, um diese Tänze zu begleiten. In diesem Kurs spielen wir herrliche polyphone Masken- und Antimaskentänze, unter anderen von William Brade, Giovanni Coperario und Thomas Simpson. Um die Wurzeln der europäischen alla turca-Mode zu hören, werden wir auch ein paar frühe türkische Janitscharen-Stücke für die türkische, kaiserliche Militärkapelle studieren und in Zusammenarbeit mit dem Perkussionsworkshop aufführen.
Ian Harrison, Freiburg, ist einer der führenden Zink-, Schalmei- und Dudelsackspieler Europas, und ein Spezialist für historische Improvisation. Er ist Dozent für Schalmei und Bläsermusik des Mittelalters und der Renaissance an der Schola Cantorum Basiliensis, Leiter des Ensembles Les haulz et les bas und gastiert regelmäßig mit Oni Wytars.
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Sephardische Romanzen
Gesangsworkshop
Leitung: Jule Bauer
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Die „Sephardischen Romanzen“ sind ein wohl einzigartiges Dokument der mediterranen Musik des ausgehenden Mittelalters. Die „Sephardim, in Spanien lebende Juden, wurden im Jahr der Wiedereroberung Andalusiens (1492) durch die spanischen Könige zusammen mit den „Móros“, den dort lebenden Mauren, aus Spanien verbannt. Sie siedelten sich rund um das Mittelmeer (hauptsächlich im Osmanischen Reich) an und hielten in den folgenden Jahrhunderten mit außergewöhnlicher Konsequenz an ihrer Kultur und Tradition fest.
In ihrer Musik vereinen sich auf faszinierende Weise Orient und Okzident, arabische Tonleitern und spanische Frührenaissance, Einflüsse aus der traditionellen jüdischen Musik mit der Musik des Balkans und Nordafrika.
Wir beschäftigen uns in diesem Kurs intensiv mit unserem Instrument – der Stimme und erzählen in den sephardischen „Romances“ Geschichten voller Melancholie und leidenschaftlicher Lebenslust. Durch Stimmbildung, Atemtechnik und Körperbewusstsein beim Singen lernen wir unsere Stimme besser kennen und bringen sie zum Klingen. Mitzubringen sind Freude am Singen und zwei Stimmbänder.
Jule Bauer, Aschaffenburg, Gesangsausbildung mit Schwerpunkt "Alte Musik". Studium der Nyckelharpa in Forlimpopoli (Italien) und Musikwissenschaft in Frankfurt. Musikerin für Alte Musik, Folk- und Weltmusik (u.a. Triskilian, Helut, Oni Wytars). Lehrtätigkeit für Gesang und Nyckelharpa. |
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"Los Moros"
Die Mohren und Sarazenen in den Liedern der Renaissance und der mündlich überlieferten Tradition Südeuropas.
Ein Workshop für Sänger und Instrumentalisten
Leitung: Peter Rabanser
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Der Begriff "Mohren oder Sarazenen" repräsentiert seit dem frühen Mittelalter das Fremde, Unbekannte, aus dem Orient kommende und beflügelte bis in's 17. Jahrhundert hinein die Fantasie vieler Dichter und Musiker. In einer Unzahl von Liedern, angefangen bei den Troubadours des Mittelalters bis zu den italienischen Villanellen und spanischen Villancicos der Spätrenaissance wird von ihnen berichtet. Wir werden uns mit einer Auswahl dieser wunderschönen Lieder beschäftigen, überwiegend aus aus verschiedenen Sammlungen des 15. und 16. Jahrhunderts. Aber auch traditionelle, mündlich überlieferte Lieder werden dabei sein, z.B. aus Sizilien, das eine lange "sarazenische" Vergangenheit hat.
Das Instrumentarium der Kursteilnehmer kann von Instrumenten der Alten Musik bis zu traditionellen heutigen Instrumenten reichen. Voraussetzung ist ein einigermaßen sicheres Spiel und einigermaßen sichere Notenkenntnisse. Notenmaterial wird auf Wunsch kurz vor dem Kurs zugesandt.
Peter Rabanser, Forli (Italien), studierte Gitarre, spielt vor allem osteuropäische und arabische Zupf- und Rohrblattinstrumente u.a. bei "Unicorn", "Oni Wytars", "Katharco Consort" und "Yalla Babo Express Orchestra". Mit letzteren Träger des "RUTH" - Weltmusikpreises 2004. |
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Alfonso X trifft Lully
Einstieg ins Ensemblespiel in der Alten Musik
Leitung: Meike Herzig
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Neben Erfahrungen im Zusammenspiel soll dieser Kurs einen Einblick in die verschiedenen Epochen der alten Musik vermitteln. Fremdländisches auch bei den Einsteigern: Arabische Einflüsse finden wir z.B. in den Cantigas de Santa Maria, einstimmigen Liedern aus dem 13. Jahrhundert, die wahrscheinlich im Auftrag des Königs Alfonso X von Kastilien gesammelt wurden. Wie spielt, verziert und arrangiert man die eigentlich? Im Barock gibt es z.B. bei Jean-Baptiste Lully türkisch inspirierte Musik, und selbst der französische Stil kann einem Musiker heute ganz schön exotisch vorkommen! Als Highlight werden wir eine leichte Tanzmusik für die Tänzer aufführungsreif einstudieren.
Wer sein Instrument seit rund ein bis zwei Jahren spielt oder jüngst Kindheitskenntnisse aufgefrischt hat, sollte es wagen, das Spielen im Ensemble. Wer sich auf seinem Instrument schon etwas zu Hause fühlt, Noten lesen kann und alle Töne kennt (also sehr leichte Stücke in Tonarten bis max. zwei Vorzeichen rasch erlernen kann), bringt die erforderlichen Voraussetzungen für diesen Kurs bereits mit. Teilnehmen können alle in der Alten Musik üblichen Instrumente.
Meike Herzig, Köln, studierte Alte und Neue Musik und Blockflöte in Köln und Amsterdam, arbeitet als Musikpädagogin und Konzertmusikerin, u.a. "Bois de Cologne", "Trio Delight", "sYn.de"
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Marche pour le Cérémonie des Turcs - Der Türkenmarsch
Arrangements für Ensemble in der Alten Musik
Leitung: Marco Ambrosini
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Die Musik der Fremden, der „Exoten“ fasziniert Komponisten, Musiker und Zuhörer schon immer. – Ganz besonders in der Barockzeit gab es verschiedene Tänze, die einen nahen oder fernen fremdländischen Ursprung hatten.
„Canario“ (ursprünglich von den Kanarischen Inseln), „Türkischer“ Marsch wie auch „Sarabande“ (letztere soll sich aus einem andalusischen-arabischen Fruchtbarkeitstanz entwickelt haben), sogar „Zarambeque“ (abgeleitet von mauretanischen Tänzen) wurden genüsslich komponiert, aufgeführt, getanzt und gelauscht – namhafte Komponisten wie Jean-Baptiste Lully (1632-1687), Johannes Hieronymus Kapsberger (1580-1651) und selbst Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) verfassten solche exotischen Werke.
Dieser Spielkurs wendet sich an intonations- und rhythmussichere Musiker, die Spaß und Interesse an historischer Musik und alten Instrumenten haben.
Die Kursarbeit wird sich darauf konzentrieren, Arrangements für das Ensemble zu erarbeiten und aufführungspraktische Fragen zu lösen.
Voraussetzungen: Die Teilnehmenden müssen in der Lage sein, ihre gut spielbaren Instrumente selbst einzurichten und über sichere Notenkenntnisse verfügen. Notenmaterial wird den Kursteilnehmern rechtzeitig zugeschickt.
- Musikbeispiel: Marche pour le Cérémonie des Turcs Jean-Baptiste LULLY (1632-1687) - PDF-Noten - MIDI - YouTube
Marco Ambrosini, Eifa/Hatzfeld, studierte Violine und Viola, Musikgeschichte, Komposition. Mitbegründer von "Oni Wytars" (1982). International tätig als Solist und Komponist mit Alter und Neuer Musik. Leiter der Nyckelharpa-Fortbildung auf BURG FÜRSTENECK.
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Canario und Moriskentanz
Exotische Einflüsse im Historischen Tanz
Leitung: Jadwiga Nowaczek
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Ende des 16. Jahrhunderts sind die ersten Tanzbeschreibungen überliefert, die der Lust am „Exotischen“ Rechnung trugen. Am besten überliefert ist der Canario (frz. Les Canaries) mit seinen an Flamenco oder Stepptanz erinnernden Schlagschritten, der sowohl bei den italienischen Tanzmeistern Caroso, Negri und Santucci in vielen Variationen wie auch bei dem Franzosen Arbeau beschrieben ist. Arbeau schreibt 1588: “Einige sagen, dass dieser Tanz auf den Canarischen Inseln im Gebrauch und dort allgemein üblich ist. Andere, deren Meinung ich mich lieber anschließe, behaupten, dass er aus einem Ballett stammt, das für eine Maskerade komponiert wurde, wo die Tänzer als Könige und Königinnen von Mauretanien gekleidet waren oder auch auf die Art von Wilden mit verschiedenfarbigen Federn.“ Aus dem sich anschließenden Text geht hervor, dass der Canario von einem Tanzpaar ausgeführt wurde, das sich wechselseitig immer neue Tanzpassagen vortanzte, die „lebhaft und nichtsdestoweniger fremdartig und bizarr sind und denen man stark das Wilde anmerkt. Sie lernen sie von denen, die sie beherrschen, und sie können auch selber neue erfinden.“ (Arbeau fol.95v., Übersetzung d. Verf.) Der Canario scheint also improvisiert gewesen zu sein. Was Arbeau an Variationen angibt, ist allerdings mager im Vergleich zu dem wahren Schritt- und Passagen-Feuerwerk, das in den Tanzbüchern von Caroso, Negri und Santucci zu finden ist. Eine Auswahl daraus soll in diesem Kurs erarbeitet und improvisatorisch in den Tanz eingebunden werden. Und natürlich auch die eigenen Variationen ...
Es ist sicher kein Zufall, dass die Maskentänzer Arbeau’s Könige und Königinnen von Mauretanien darstellten. Die Mauren, in der Verballhornung die „Mohren“ waren im 15. und 16. Jahrhundert auch der Sammelbegriff fremder exotischer Menschen überhaupt. Der Moriskentanz, dessen Wurzeln mindestens bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen, ist in diesen Zusammenhang eingebettet. Hauptsächlich ist er durch bildliche Darstellungen überliefert, die die Tänzer in grotesk verdrehten Haltungen zeigen. Oft steht eine Dame in der Mitte, um die sich der Tanz sprichwörtlich „dreht“. Es ist wiederum Arbeau als einziger, der uns konkrete, wenn auch spärliche Anweisungen über die Ausführung eines solchen Tanzes gibt. Interessanterweise sind die Schritte ganz den Canario-Schritten ähnlich. Die berühmten Morisken-Figuren von Erasmus Grasser aus dem Münchner Rathaus (1480) sollen uns zusätzlich für diesen Tanz inspirieren.
Um dem Titel dieser Etappe „Alla Turca“ gerecht zu werden, werfen wir auch einen Blick in die Barockzeit, in der die Bedrohung durch die kriegerischen Türken Europa in Angst und Schrecken versetzte, aber auch dazu führte, dass man sich mit dem „Türkischen“ auseinandersetzte. Es entstand so etwas wie eine „Türken-Mode“, die Einzug in Literatur, Oper und Ballett hielt. Der gesamte letzte Akt des Balletts „Europe Galante“ von André Campra ist mit „La Turquie“ überschrieben, und zu einem Tanz hieraus ist ein schöner Kontratanz erhalten mit dem Titel „The Great Turk“ (Essex 1710), der außer diesem Titel sicher nichts weiter Türkisches enthält.
Jadwiga Nowaczek, Ismaning, klassische Tanzausbildung, Studium der Schulmusik, Rhythmik und Musikwissenschaft. Seit 1980 Rekonstruktion von historischen Tänzen nach den Primärquellen. Solistin und Leiterin mehrerer Tanzgruppen, Choreographin, Lehrerin für Renaissance- und Barocktanz.

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| Die 12. Etappe für Alte Musik auf BURG FÜRSTENECK
beginnt am Freitag, den 9. März 2012, mit dem Abendessen um 18:30 Uhr
und endet am Sonntag, den 11. März 2012, gegen 13 Uhr nach dem Mittagessen.
Die Workshops gehen jeweils über den gesamten Zeitraum. Mit der Anmeldung müssen Sie sich daher bitte für einen Kurs entscheiden. Die Angabe eines alternativen Workshops - wenn denn einer für Sie in Frage kommt - ermöglicht es, Ihnen auch dann einen Platz zu reservieren, wenn Ihre erste Wahl belegt ist oder aus irgendeinem Grund ausfallen muss.
KURSGEBÜHR 235-285 € (nach Selbsteinschätzung, inkl. Ü/VP), junge Menschen 140 €
Diese Gebühr beinhaltet die Kosten für den Kurs, für die Unterkunft und die gute, auf Wunsch auch vegetarische Verpflegung.
Hier: ANMELDUNG online oder per Brief, Email oder Fax
Diese Informationen gibt es auch als Flyer "Alte Musik" zum Ausdrucken in einer PDF-Datei .
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Außerdem gibt es eine Übersicht über alle Seminare im Bereich Musik und Tanz .
zur Homepage des Ensembles Oni Wytars mit weiteren Informationen zur Gruppe und zu den Dozenten
Bitte beachten Sie unsere weiteren Seminare und Kurse im Bereich "Alte Musik"
Weitere Workshops im Bereich "Musik und Tanz"
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Bitte beachten Sie die
Fortbildung zur Musik des Mittelalters - Frühe Musik der Hohen Stände,
(Interessent/innen sollten sich jetzt unbedingt für einen zweiten Durchgang dieser Fortbildung ab Herbst 2012 vormerken lassen),
und die Tanzleiterausbildung, die wir in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Tanz Hessen anbieten.
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