Akademie BURG FÜRSTENECK - Bildungsstätte, Seminarhaus und Tagungshaus, berufliche und musisch-kulturelle Weiterbildung, Fortbildung, Bildungsurlaub, bildnerisches Gestalten, Musik und Tanz
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Deutschland, Italien und Schweden kooperieren - Aktivitäten rund um die Nyckelharpa auf BURG FÜRSTENECK


Gemeinsame Pressemitteilung der Marktgemeinde Eiterfeld und der Akademie BURG FÜRSTENECK:

Zum fünften Mal fanden im Oktober 2008 die Internationalen Nyckelharpa-Tage auf Burg Fürsteneck statt. Neben den Workshops für Musiker auf der Nyckelharpa (Schlüsselfidel) war dies Anlass für ein vielfältiges Programm mit einem Schlüsselfidel-Konzert und Kooperationskonferenzen zwischen Musik-Bildungsstätten und Gemeinden aus Italien, Schweden und Deutschland.

Nyckelharpa 1408Die ältesten Abbildungen von Schlüsselfideln finden sich am Ende des Mittelalters in Italien, Schweden und Deutschland. Später geriet das eigentümliche Instrument, das mit einem Bogen gestrichen und mit einer Tastatur (den Schlüsseln) in der Tonhöhe variiert wird, überall in Europa in Vergessenheit. Nur in einem kleinen Landstrich Schwedens hat es in der Volksmusik als „Nyckelharpa“ überlebt. Seit einigen Jahrzehnten aber tritt die Nyckelharpa erneut einen Siegeszug rund um die Welt und in viele Musikstile hinein an. Dem daraus entstehenden Bedarf an Fortbildungsmöglichkeiten tragen die Aktivitäten der Akademie Burg Fürsteneck Rechnung.

Zu den Internationalen Nyckelharpa-Tagen kamen über 40 teilnehmende Musiker aus ganz Europa, die von den Dozenten Sonia Sahlström und Ditte Andersson (Schweden), Marco Ambrosini (Deutschland und Italien), Annette Osann (Frankreich), Didier François (Belgien) und Jule Bauer (Deutschland) in unterschiedlichen Musikrichtungen unterrichtet wurden. Auch eine Ausstellung zur Geschichte der Nyckelharpa war eingerichtet.

Das TIENNOrchestraHöhepunkt der Nyckelharpa-Tage war ein öffentliches Konzert mit sechs Musikern aus Italien (Luciano Sberze, Gabriele Bonvicini, Renzo Ruggiero), Frankreich (Annette Osann) und Deutschland (Marco Ambrosini, Jule Bauer), die auf ihren Schlüsselfideln ein vielseitiges und bewegendes Programm darboten. Der älteste Musiktitel stammte aus der Entstehungszeit der Nyckelharpa im 15. Jahrhundert, die jüngsten Titel waren von den teilnehmenden Musikern speziell für dieses Konzert komponiert worden. Dazwischen spannte sich ein bunter musikalischer Bogen von sephardischer Musik mit einem beeindruckenden Gesangssolo von Jule Bauer, einer Recercada von Diego Ortiz aus dem 16. Jahrhundert, heiterer Musik aus dem Frankreich des 19. Jahrhunderts, einem flotten Tango und mehreren Etüden von Bela Bartok.

Eine CD dieses Konzertes wurde inzwischen veröffentlicht. Mehr Informationen und auch eine Bestellmöglichkeit für 9,90 Euro finden Sie [hier]. Weitere Informationen zu dem Konzert und der CD auf Italienisch [hier]

Doris Reim aus dem nahen Hohenroda-Mansbach, die mit ihrer Tochter das Konzert besucht hatte, fasste das Erlebnis zusammen: „Wir sind ursprünglich aus Berlin und gute vielfältige Kultur-Musik-Darbietungen gewohnt. Aber, was wir hier hören durften, war so wunderbar und einzigartig. Wir waren verzaubert und hingerissen. Diese Freude am spielen, diese Hingabe der Musiker, diese Melodien und fremden Instrumente...“

Vier der Musiker hatten an einer dreijährigen Europäischen Nyckelharpa-Fortbildung in Italien teilgenommen und dieses Konzert zum Abschluss ihrer Studien erarbeitet. Begleitet wurden sie von zwei ihrer Dozenten. Ermöglicht wurde das Konzert in Eiterfeld durch Spenden regionaler Firmen und der Hessischen Staatskanzlei.

Nyckelharpa KooperationDie Europäische Nyckelharpa-Fortbildung wurde in einer italienisch-schwedisch-deutschen Kooperation entwickelt und wird seit einigen Jahren von drei Bildungsstätten in den drei Ländern gemeinsam getragen. Um diese Kooperation zu vertiefen und aus den Verschiedenheiten der Bildungsinstitute und ihren unterschiedlichen regionalen und historischen Gegebenheiten und Erfahrungen gemeinsam zu profitieren, soll eine europäische Lernpartnerschaft initiiert und eine Förderung durch die Europäische Union im Rahmen des Programms für lebenslanges Lernen beantragt werden. Dieses Projekt wurde parallel zu den Nyckelharpa-Tagen von dem Präsidenten der Scuola di Musica Popolare di Forlimpopoli, Marco Bartolini aus Italien, von den Schweden Håkan Larsson und Esbjörn Hogmark vom Eric Sahlström Institut, dem nationalen Volksmusikzentrum in Tobo/Tierp, sowie von Karsten Evers, Dozent für kulturelle Bildung der Akademie Burg Fürsteneck intensiv diskutiert. Im Ergebnis konnte eine Kooperationsvereinbarung zwischen den drei Instituten mit einem ersten Projektplan unterschrieben werden.

Nyckelharpa 1408Aber auch die drei Gemeinden, in deren Hoheitsgebiet die drei Bildungsstätten liegen, wurden in die länderübergreifende Zusammenarbeit einbezogen. Bei einem Besuch des Eiterfelder Bürgermeisters Hermann-Josef Scheich in der Gemeinde Forlimpopoli in Mittel-Italien im August wurde die Idee geboren, eine lockere Partnerschaft auch zwischen den drei Kommunen in Italien, Schweden und Deutschland einzugehen. Nun war der Bürgermeister von Forlimpopoli, Paolo Zoffoli, zum Gegenbesuch in Eiterfeld, und am Telefon konnte auch der Ortsvorsteher von Tierp (Schweden) einbezogen werden. In einer Arbeitsgruppe war eine Kooperationsvereinbarung ausgearbeitet worden, die nach Zustimmung durch den Gemeindvorstand der Marktgemeinde Eiterfeld im Rahmen des öffentlichen Konzertes in der Festhalle der Burg Fürsteneck von den Bürgermeistern Scheich und Zoffoli paraphiert wurde. Ziele sind, einerseits die Kooperation der Musikschulen untereinander zu unterstützen, andererseits aber auch einen unmittelbaren Austausch zwischen den beteiligten Kommunen insbesondere im kulturellen Bereich zu suchen und zum dritten die Bevölkerung verstärkt von der Arbeit ihrer Bildungsinstitutionen profitieren zu lassen.

Nach der Zustimmung durch die jeweiligen Gemeindevertretungen haben die drei Bürgermeister am 18.02.2009 die Kooperationsvereinbarung bei einer öffentlichen Veranstaltung in Forlimpopoli unterzeichnet.

Nyckelharpa Kooperation


















Fotos:
Foto 1: Ein Engel spielt die Schlüsselfidel, Siena, 1408:


Foto 2: Das TIENNOrchestra beim Nyckelharpa-Konzert
(The Italian European Nyckelharpa Network Orchestra) von links:
Renzo Ruggiero (Italien)
Luciano Sberze (Italien)
Gabriele Bonvicini (Italien)
Marco Ambrosini (Dozent, Italien, Deutschland)
Annette Osann, (Dozentin, Frankreich)
Jule Bauer (Deutschland)

Foto 3: Die Teilnehmer der Kooperationskonferenzen
(v. links, stehend):
Paolo Zoffoli, Bürgermeister von Forlimpopoli (Italien)
Marco Bartolini, Präsident der Scuola di Musica Popolare di Forlimpopoli (Italien)
Håkan Larsson, Eric Sahlström Institut, Tobo/Tierp (Schweden)
Hermann-Josef Scheich, Bürgermeister der Marktgemeinde Eiterfeld (Deutschland)
Marco Ambrosini, Nyckelharpa-Solist und –Dozent (Italien und Deutschland)
Olle Plahn, Nyckelharpa-Bauer (Schweden)
Karsten Evers, Dozent für kulturelle Bildung auf BURG FÜRSTENECK (Deutschland)
Kniend:
Esbjörn Hogmark, Nyckelharpa-Bauer und –spieler, Trägerverein des Eric Sahlström Institutes (Schweden)
Per-Ulf Allmo, Nyckelharpa-Forscher (Schweden)

Foto 4: Bürgermeister Hermann-Josef Scheich (Eiterfeld) und Paolo Zoffoli (Forlimpopoli) unterschreiben die Vereinbarung


Foto 5: Schlussrunde der Internationalen Nyckelharpa-Tage








PRESSEMELDUNG ZU DIESEM KONZERT



Italienisch-europäisches Nyckelharpa-Konzert auf Burg Fürsteneck

„Schlüsseltöne“ – Musik vom Mittelalter bis zur Neuzeit auf der Schlüsselfidel


Nyckelharpa-Konzert



Zu einem außergewöhnlichen Konzert auf sieben Nyckelharpas laden die Akademie Burg Fürsteneck und die Marktgemeinde Eiterfeld am 4. Oktober in die Festhalle der Burg Fürsteneck ein. Die Musiker aus Italien, Deutschland und Frankreich spielen ein buntes Programm von mittelalterlicher bis ganz moderner Musik mit Ausflügen in den Folk und die Kaffeehausmusik. Beginn ist um 20:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.



Die Nyckelharpa, mit altem deutschen Namen Schlüsselfidel genannt, wird wie die Geige mit einem Bogen gestrichen, während die Tonhöhe mit einer aufwändigen Tastatur (den „Schlüsseln“) variiert wird. Zusätzliche Resonanzsaiten sind für den besonderen Klang mitverantwortlich. Vom Mittelalter bis in die Barockzeit war dieses Streichinstrument in ganz Europa bekannt. Danach wurde es nur noch in einem schmalen Landstrich Schwedens als Volksmusikinstrument gespielt. Erst in den letzten Jahrzehnten tritt die Nyckelharpa erneut einen Siegeszug um die ganze Welt und in alle Musiksparten hinein an.



BURG FÜRSTENECK und die „Scuola di Musica Popolare di Forlimpopoli“, in Mittelitalien nahe Bologna gelegen, sind die einzigen Fortbildungsstätten, an denen man das Musizieren auf der Nyckelharpa außerhalb von Schweden im Rahmen der „Europäischen Nyckelharpa-Fortbildung für Musiker“ von Grund auf erlernen kann. Das Konzert ist das Abschluss-Konzert der italienischen Nyckelharpa-Klasse, die unter dem Namen TIENNOrchetra (The Italian European Nyckelharpa Network Orchestra) auftritt. Die italienischen und deutschen Absolventen werden dabei von Ihren Dozenten unterstützt.



Das Konzert findet während der 5. Internationalen Nyckelharpa-Tage auf Burg Fürsteneck statt, einer Workshopveranstaltung, zu der vom 2. – 5. Oktober etwa 50 Nyckelharpa-Spieler erwartet werden. Am Freitagabend sind Musik-Vorträge zur Tradition der Nyckelharpa geplant (auf Englisch), am späten Sonntagvormittag werden kursintern Werkstattergebnisse präsentiert. Genaue Zeiten werden kurzfristig auf der Homepage von Burg Fürsteneck bekannt gegeben.



Die Marktgemeinde Eiterfeld und die Comune di Forlimpopoli fördern diese einzigartigen musikalischen Aktivitäten auf ihren Gemeindegebieten. Hermann-Josef Scheich, der Burgermeister von Eiterfeld war vor wenigen Wochen zu einem Kooperations-Besuch in Forlimpopoli und konnte bei dieser Gelegenheit die italienischen Musiker zu dem Konzert nach Eiterfeld einladen. Der Bürgermeister von Forlimpopoli, Paolo Zoffoli, wird während der Nyckelharpa-Tage zum Gegenbesuch anwesend sein. Als Gäste und Dozenten sind auch Vertreter des dritten Kooperationspartners präsent, des „Eric Sahlström Institutet“, der bedeutendsten Einrichtung für die Förderung der Nyckelharpa in Schweden.


Das Plakat zur Veranstaltung können sie [hier] herunter laden.

Eine Übersicht über vergangene Pressemeldungen zur Europäischen Nyckelharpa-Forbildung finden Sie [hier].



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