Burg Aktuell

Fürstenecker Freundeskreis – eine Einladung

Ein Interview mit und über den Fürstenecker Freundeskreis, Bindeglied zwischen Teilnehmer*innen, Dozent*innen, Burgteam und Trägerverein

Ihr lernt und lebt gerne auf der Burg, fühlt euch wohl und denkt gerne an die Tage zurück?
Dann fühlt euch herzlich eingeladen den Fürstenecker Freundeskreis kennen zu lernen. Hier findet ihr bestimmt Gleichgesinnte, die die Akademie irgendwie unterstützen und gemeinsam weiterentwickeln möchten.

Herzlichen Dank an Johanna Koch (J), die gerade ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei uns absolviert und das Interview geführt hat, und an Karsten Evers (K), den Sprecher des Freundeskreises.
Viel Spaß beim Lesen.
 

J: Seit wann gibt es den Fürstenecker Freundeskreis und aus welcher Motivation heraus wurde er gegründet?

K: Der erste Schulleiter und Initiator der Gründung, Gustav Huhn, war als junger Mann mit dem Fahrrad in Dänemark unterwegs und hat sich dort die Dänischen Heimvolkshochschulen angeschaut. Daraus entwickelte sich die Idee, eine solche Einrichtung auch in Deutschland zu gründen.
In Dänemark wurden die Teilnehmenden nach den ihren Kursen Mitglieder in einer Gemeinschaft, zu denen der Kontakt intensiv gehalten wurde.
Das wurde dann auch auf Burg Fürsteneck übertragen und bereits nach dem ersten Kurs 1953 blieben alle ehemaligen Teilnehmenden über die sogenannte Altschülerschaft mit der Burg verbunden. Da der Begriff Altschülerschaft heute etwas angestaubt klingt, wurde er irgendwann in Freundeskreis geändert.


J: Der Fürstenecker Freundeskreis gilt als Interessenvertretung der Teilnehmenden und Referent*innen. Wie zeigt sich das konkret?

K: Fast alle Mitglieder im Freundeskreis sind selbst Teilnehmende oder Referent*innen. Von ihnen werden jeweils eine Sprecherin und ein Sprecher gewählt, die regelmäßigen Kontakt in die Burg hinein halten. Von vielen Menschen werden Wünsche an uns Sprecher herangetragen, die wir dann weitergeben. Und so können wir oft auch etwas erreichen. Ein Beispiel aus den letzten Jahren ist die Anforderung aus dem Freundeskreis heraus, die Bezahlung der Referent*innen allmählich zu erhöhen. Das wurde dann auch in Beschlüsse des Trägervereins umgesetzt, sodass seit ein paar Jahren immer in kleinen Schritten die Bezahlung der Referent*innen verbessert wird.
Wir sehen uns auch als Interessenvertretung der Mitarbeitenden der Burg. Wenn uns da etwas auffällt oder zugetragen wird, dann ist auch das etwas, was wir mitverfolgen und gegenüber dem Leiter oder im Kreis des Trägervereins zum Thema machen.

 
J: Wie bleibt der Freundeskreis untereinander in Kontakt?

K: Das einzige offizielle Treffen des Freundeskreises sind die Fürstenecker Impulse rund um das Pfingstwochenende. In diesem Zusammenhang findet dann auch die jährliche Freundeskreisversammlung statt. Viele der Mitglieder nutzen diese Veranstaltung, um zumindest einmal im Jahr zur Burg zu kommen, die Gemeinschaft zu genießen und Freundschaften zu pflegen. Es gibt aber auch Mitglieder, die der Burg seit dem frühen Beginn – und damit den größten Teil ihres Lebens – immer treu geblieben sind. Manche von ihnen haben wir zwar schon lange nicht mehr persönlich gesehen, aber über den Freundeskreis bleiben sie mit der Burg wenigstens indirekt in Verbindung.
Darüber hinaus gibt es Rundbriefe des Freundeskreises, in denen aus dem Leben der Burg berichtet wird. Das sind auch Dinge, die normale Teilnehmende nicht so mitbekommen. Z.B. wie inhaltliche Perspektiven eröffnet werden, welche Personalentscheidungen getroffen werden oder wo Schwerpunkte der Bauentwicklung gesetzt werden.
Seit ein paar Jahren organisieren wir für die Mitglieder des Freundeskreises jährlich einen Museumsbesuch oder ähnliches. Letztes Jahr waren wir beispielsweise im Mathematikum Gießen und für dieses Jahr ist eine Besichtigung der neuen Frankfurter Altstadt geplant.


J: Vielleicht kommen wir jetzt zu dem spannendsten Teil, nämlich den Tätigkeiten des Freundeskreises und wofür er sich einsetzt.

K: Ganz wichtig ist, dass der Freundeskreis im Trägerverein der Burg Fürsteneck vertreten ist – und das macht auch deutlich, welche Bedeutung der Freundeskreis für die Burg hat und von Anfang an haben sollte. Dieser Trägerverein ist als Runder Tisch unterschiedlicher gesellschaftlicher Institutionen organisiert. Das sind große Institutionen wie das Land Hessen, der Deutsche Gewerkschaftsbund, beide Kirchen, Universitäten, kommunale Körperschaften und einige andere. Jede dieser großen Institutionen hat eine Stimme, nur der Freundeskreis hat zwei Stimmen. Das ist auch ein symbolischer Ausdruck dafür, welchen Wert die Einrichtung darauf legt, dass die Teilnehmenden und Referent*innen gut vertreten sind.
Der Freundeskreis hat einen dauerhaften Sitz als kooptiertes Mitglied im Vorstand des Trägervereins. Das ist insofern sehr bedeutsam, weil in diesem Gremium die strategischen Entscheidungen, z.B. Personalentscheidungen, getroffen werden. So kann der Freundeskreis ganz unmittelbar an wichtigen Beschlüssen mitarbeiten. Gerade in den letzten Jahren, in denen ich das Amt des Sprechers innehabe, wurde fast das komplette pädagogische Team, einschließlich Direktor, neu besetzt. Dabei haben wir besonders darauf geachtet, im Sinne der Burgatmosphäre neben der Fachlichkeit auch die Persönlichkeit der Bewerber*innen in den Blick zu nehmen.


J: Ich glaube auch, dass es das ist, was die Burg letztendlich ausmacht. Jetzt würde mich noch interessieren, welche Ziele der Freundeskreis für die Zukunft hat.

K: Im Freundeskreis gibt es manchmal die Bestrebung zu sagen: es muss alles so schön bleiben, wie es schon immer war. Viele Teilnehmende möchten liebgewonnene Orte und Rituale bei ihrem nächsten Besuch wieder vorfinden. Es geht also einerseits um Traditionsbewahrung, die ja auch einen Wert darstellt. Gleichzeitig ist uns im Freundeskreis aber sehr bewusst, dass sich eine Bildungseinrichtung weiterentwickeln muss, immer orientiert an den gesellschaftlichen Veränderungen. Methoden, Inhalte, Seminarformate müssen ständig angepasst werden. Dieses Aufgreifen der gesellschaftlichen Entwicklung sehen wir auch als Aufgabe des Freundeskreises.


J: Okay. Jetzt kommen wir zu dem Anlass dieses Interviews, nämlich warum es so wichtig ist, neue Mitglieder zu gewinnen?

K: Da der Freundeskreis so deutlich in den organisatorischen Strukturen der Burg und des Trägervereins verankert ist, sollte er auch eine gewisse Breite der Referent*innen und Teilnehmenden vertreten. Dazu ist es unerlässlich Mitglieder zu haben, die aktuell aktiv am Burgleben teilnehmen. Und hier haben wir durchaus noch Luft nach oben. Der Freundeskreis ist bewusst als Freundeskreis und nicht als Förderverein angelegt. Es gibt zwar einen Mitgliedsbeitrag, normal sind nur 15€ im Jahr, mit dem wir z.B. Stipendien, Sachinvestitionen und Kulturveranstaltungen unterstützen können. Aber der ideelle Wert der Mitgliedschaft, das Symbol der Verbundenheit ist das Entscheidende. Wir würden uns einfach wünschen, dass der Kreis und somit auch die informative Basis und die Legitimation noch größer werden.


J: Möchtest Du noch irgendetwas an die Leserinnen und Leser loswerden?

K: Viele der Teilnehmenden und auch der Referent*innen nutzen die Burg als eine ganz normale Tagungsstätte, das ist berechtigt und auch gut so. Aus unserer Sicht und aus der Sicht sehr vieler Teilnehmenden, Mitarbeitenden und Referent*innen ist die Burg aber doch noch ein bisschen mehr. Sie ist ein besonderer Ort, ein Ort der Zusammengehörigkeit.
Aus der Auswertung der Fragebögen des letzten Jahres ist hervorgegangen, dass über 96% der Gäste die Atmosphäre der Burg als offen und gemeinschaftsorientiert empfinden. Das entsteht ja nicht von alleine, sondern weil die Mitarbeitenden, die Referen*innen und viele der Teilnehmenden dieses Ziel im Blick haben. Nicht unbedeutend sind aber auch die Menschen, die im Hintergrund darauf achten, dass die Leute, die neu dazu kommen, sich in diese Burgatmosphäre einfinden können. Jeder kann einen Beitrag dazu leisten, sei es durch direktes Handeln auf der Burg oder indem man den Freundeskreis mit seiner Mitgliedschaft stärkt.
Ich glaube, es gibt sehr viele Menschen, die sich der Burg freundschaftlich verbunden fühlen. Wir würden uns sehr wünschen, dass ganz viele davon das mit einer Mitgliedschaft im Freundeskreis dokumentieren. Das ist eben auch ein Zeichen besonderer Zugewandtheit.

J: Vielen Dank für das Interview. Wir hoffen, dass wir viele neue Mitglieder ermutigen konnten.
 

Kontakt und weitere Informationen zum Fürstenecker Freundeskreis findet ihr hier!



 

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