Burg Aktuell

Sonntag, 26. April 2020 – Der erste Welt-Nyckelharpa-Tag

Ein ungewöhnliches Instrument wird gefeiert!

Am Sonntag, dem 26. April 2020, wird zum ersten Mal in der Geschichte der internationale „Welt-Nyckelharpa-Tag“ begangen. Damit wird ein ungewöhnliches Musikinstrument gefeiert, das von Jahr zu Jahr immer mehr Menschen begeistert, und das weltweit in immer mehr musikalischen Stilrichtungen gespielt wird.

 

Die Nyckelharpa oder Schlüsselfidel ist ein Streichinstrument, dessen Saiten mit einem kurzen Bogen zum Klingen gebracht werden. Die Tonhöhe wird mit einer Tastatur (den „Schlüsseln“) verändert, ähnlich wie bei der Drehleier. Bei heutigen Instrumenten tragen meist Resonanzsaiten zu dem vollen und obertonreichen Klang bei. Den historischen deutschen Namen "Schlüsselfidel" kennen wir aus den musikalischen Abhandlungen von Martin Agricola (1529) und Michael Prætorius (1619), die das Instrument gezeichnet und beschrieben haben. Der heute international gebräuchliche Name "Nyckelharpa" ist die wörtliche schwedische Entsprechung dieser alten deutschen Bezeichnung.

 

Seit dem späten Mittelalter sind Deckenfresken mit Abbildungen von Engeln mit Schlüsselfideln in Italien, Dänemark und vor allem in Schweden erhalten. In Deutschland wurde kürzlich die Holzskulptur einer Schlüsselfidel am Knochenhauer-Amtshaus in Hildesheim identifiziert. Ab der Barockzeit geriet das Instrument fast überall in Vergessenheit. Fast gleichzeitig aber tauchen in Schweden die ersten bis heute erhaltenen Instrumente auf. Seither wird die Nyckelharpa vor allem in der Region Uppland in einer ungebrochenen Tradition als Volksmusikinstrument gespielt.

 

Dank innovativer Musiker in Schweden, insbesondere August Bohlin (1877-1949) und Eric Sahlström (1912-1986), und dank einiger inspirierter Musiker in Kontinentaleuropa, die das Instrument seit etwa 1980 entdeckten, wird die Nyckelharpa nun weltweit wiederbelebt und von einer begeisterten Fan-Gemeinde in fast allen Musikgenres eingesetzt. In Deutschland ist die Akademie Burg Fürsteneck im Landkreis Fulda ein Ausbildungszentrum mit internationaler Ausstrahlung für dieses Instrument. Hier werden u.a. ein Internationaler Nyckelharpa-Tag und eine berufsbegleitende mehrjährige Europäische Nyckelharpa-Fortbildung für Musiker angeboten.

 

Die Idee einen „World Nyckelharpa Day“ auszurufen und zu feiern, hatte die englische Solistin und Musikpädagogin Vicki Swan. Als der Termin 26. April festgelegt wurde, war von Corona noch nicht die Rede. An viele Konzerte in vielen Ländern hatte man zunächst gedacht. Die sind nun leider so nicht mehr möglich. Aber Menschen, die sich auf ungewöhnliche Instrumente einlassen, verzagen auch nicht, wenn die Situation schwieriger wird. Statt der Livekonzerte vor Publikum sind nun die vielen tausend Nyckelharpa Spielerinnen und -spieler weltweit aufgefordert, sich mental zu vernetzen, indem alle zur gleichen Zeit an ihren unterschiedlichen Orten das gleiche Musikstück spielen. Jeder ist eingeladen, sich dabei mit dem Smartphone zu filmen. Und alle diese Videos sollen anschließend zu einem Mosaikvideo zusammengeschnitten werden. Wenn die Musik um 11 Uhr UTC Weltzeit beginnt, ist es in San Francisco vier Uhr morgens, in Deutschland 13 Uhr und in Neuseeland 23 Uhr abends.

 

Auf der Webseite www.worldnyckelharpaday.com finden die Musiker Noten und Play-alongs zu der für dieses Jahr ausgewählten schwedischen Melodie, außerdem ein Lehrvideo und ein mehrstimmiges Arrangement. Konzerte ohne Publikum, die aber live im Internet übertragen werden, gibt es an diesem Tag natürlich auch. Alle Informationen zu diesen Konzerten gibt es ebenfalls auf der Webseite zum Welt-Nyckelharpa-Tag.

 

Weitere Informationen:

www.worldnyckelharpaday.com

www.nyckelharpa.eu

www.nyckelharpa.burg-fuersteneck.de

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