Fortbildungsreihen und Projekte
Musik des Mittelalters

Frühe Musik der Hohen Stände

Fortbildung zur Musik des Mittelalters

unter Leitung von Prof. Dr. Marc Lewon, Prof. Dr. Uri Smilansky und Prof. Baptiste Romain

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2027/2028

Anmeldung ab sofort möglich!

Sie können sich hier zur Fortbildungsreihe anmelden.

 

Die Fortbildung im Überblick

Ziel: Musikalische und musiktheoretische Vertiefung im Kontext der Musik des Mittelalters
Zielgruppe: Erfahrene Musiker*innen und Musikpädagog*innen sowie Musikstudierende
Inhalte: Vom 11. Jh. bis zum 15. Jh. werden verschiedene länderspezifische Inhalte und Stilepochen praktisch und theoretisch erarbeitet.
Aufbau: Jede Präsenzeinheit bietet musikpraktische und praxisorientierte musiktheoretische Inhalte.
Abschluss: Zertifikat der Burg Fürsteneck

Inhaltliche Leitung: Prof. Dr. Marc Lewon, Prof. Dr. Uri Smilansky und Prof. Baptiste Romain
Co-Dozierende: Je nach Bedarf und Möglichkeit werden andere Fachleute hinzugezogen, dazu zählen u.a. Dr. Agnieszka Budzińska-Bennett, Sabine Lutzenberger, Dr. Grace Newcombe und Matthieu Romanens.

Umfang/Dauer: 12 Präsenzeinheiten (je Freitagnachmittag bis Sonntagmittag) im Zeitraum von Januar 2027 bis Dezember 2028
Teilnehmendenzahl: Maximal 14 Teilnehmende
Dozent*innen: je nach Bedarf und Möglichkeit 2 Dozierende pro Einheit

 

Kosten

In den Kosten enthalten sind neben der Kursgebühr die Übernachtung im Doppelzimmer (Einzelzimmer nach Verfügbarkeit gegen Aufpreis möglich) sowie die Verpflegung mit Frühstück, Mittagessen, Kaffee & Kuchen und Abendessen.

Die Abrechnung erfolgt entweder pro Einheit (fällig jeweils vier Wochen vor Beginn der entsprechenden Einheit) oder als Vorauszahlung für die gesamte Fortbildungsreihe. In diesem Fall gewähren wir 10 % Rabatt auf den Gesamtpreis.

Eine kostenpflichtige Anmeldung ist für die gesamte Fortbildung erforderlich. Das Versäumen einzelner Abschnitte befreit nicht von der Zahlungsverpflichtung.

Reguläre Gebühr: 425 € pro Einheiten (Gesamtpreis für 12 Einheiten: 5.100 €)

Nachlass bei Vorauszahlung: Bei vollständiger Vorauszahlung bis zum Beginn der Fortbildungsreihe reduziert sich der Gesamtbetrag auf 4.620 €.

Sozialtarif: Teilnehmende, die gesetzliche Sozialleistungen beziehen (z. B. Bürgergeld, Grundsicherung nach SGB XII oder Wohngeld), erhalten gegen Vorlage eines Nachweises bei der Anmeldung 30 % Nachlass auf die reguläre Gebühr.
Eine rückwirkende Gewährung des Nachlasses ist nicht möglich. Liegt der Nachweis bei Anreise nicht vor, wird die reguläre Gebühr berechnet.

Jugendtarif: Teilnehmende, die zu Beginn einer Fortbildungseinheit unter 27 Jahre alt sind, erhalten gegen entsprechenden Nachweis 50 % Nachlass auf die reguläre Gebühr.

Hinweise: Für Einzelzimmerzuschläge, eine Anreise am Vortag sowie Materialkosten können keine Nachlässe gewährt werden. Nachlässe sind nicht kombinierbar.

Stornierung: Unsere regulären An- und Abmeldebedingen sind bei dieser Fortbildung ungültig. Es gelten die hier aufgeführten gesonderten Bedingungen. Nach Anmeldung sind bei Stornierung: ab 3 Monaten vor Fortbildungsbeginn 25%, ab 6 Wochen vor Fortbildungsbeginn 50%, ab 3 Wochen vor Fortbildungsbeginn 75%, ab 2 Wochen vor Fortbildungsbeginn 100% der Gesamtkursgebühr i.H.v. 5.100 € zu entrichten. Bei Stornierung bis 3 Monate vor Fortbildungsbeginn berechnen wir eine Bearbeitungsgebühr i.H.v. 35 €. Wir empfehlen den Abschluss einer Seminarrücktrittsversicherung.

Die Ausgangslage

Die berufs- und studienbegleitende „Fortbildung zur Musik des Mittelalters“ auf Burg Fürsteneck schließt eine Informations- und Ausbildungslücke, insbesondere für praktizierende Musiker*innen sowie Musikstudierende, die hier eine breit aufgestellte und fundierte praktische und theoretische Einarbeitung in die Besonderheiten und Schönheiten Früher Musik erfahren.

Die inhaltliche Konzeption und Leitung der Fortbildung übernehmen mit Prof. Dr. Marc Lewon, Prof. Dr. Uri Smilansky und Prof. Baptiste Romain drei international anerkannte Fachleute, sowohl in der musikhistorischen Forschung wie in der zeitgemäßen Interpretation Früher Musik. Die drei Leiter halten Professuren an der Abteilung „Mittelalter–Renaissance“ der Schola Cantorum Basiliensis für Praxis- (mittelalterliche Streich- und Zupfinstrumente, Ensembleklassen) und Theorie-Fächer (Musikgeschichte, Instrumentenkunde, Aufführungspraxis, Gehörbildung, Notationskunde). Die zwölf Einheiten der Fortbildung werden teilweise von den Leitern der Fortbildung selbst und teilweise von für das jeweilige Themengebiet vorgesehenen Fachdozierenden durchgeführt.  

 

Inhalte & Termine

Um eine beispielhafte Einführung in die Vielzahl der unterschiedlichen Stile und in die übergroße Menge der überlieferten Musik zu ermöglichen, sind die einzelnen Kursblöcke schwerpunktmäßig stets einer Stilepoche innerhalb des Mittelalters gewidmet. So wird jeweils ein klar abgegrenztes Repertoire intensiv behandelt und es bleibt gewährleistet, dass die wichtigsten Stile und Quellen im Verlauf der Fortbildung gleichwertige Aufmerksamkeit erfahren. Zur Vertiefung des erlernten Repertoires arbeitet die Fortbildung mit dem System der „Überlagerung“. Am ersten Tag jeder neuen Einheit wird bereits Behandeltes nachbereitet.

Die 12 Einheiten


01. Einheit | 15.01.-17.01.2027    „...wie es war im Anfang“ (Kurseinführung; vom Ende der Antike bis zum 11. Jh.; Schwerpunkt gregorianischer Choral) 

02. Einheit | 05.03.-07.03.2027    Ars Trobar (weltliche Einstimmigkeit im 12./13. Jh.: Tobadors, Trouvères, Minnesänger

03. Einheit | 09.04.-11.04.2027    Aquitanische Polyphonie (9.–12. Jh., Frankreich

04. Einheit | 18.06.-20.06.2027    Notre Dame-Epoche (frühes 13. Jh., Frankreich)

05. Einheit | 15.10.-17.10.2027    Ars Antiqua (spätes 13. Jh., Frankreich)

06. Einheit | 10.12.-12.12.2027    Der Roman de FAUVEL (frühes 14. Jh., Frankreich)

07. Einheit | 21.01.-23.01.2028    Trecento (14. Jh., Italien)

08. Einheit | 31.03.-02.04.2028    Ars Nova (14. Jh., Frankreich)

09. Einheit | 12.05.-14.05.2028    Ars Subtilior (um 1400, Italien und Frankreich)

10. Einheit | 11.08.-13.08.2028    Burgundische Chanson (15. Jh.)

11. Einheit | 27.10.-29.10.2028    Diminuition, Improvisation, Intavolierung (Instrumentalmusik, 15. Jh.)

12. Einheit | 08.12.-10.12.2028    Sangspruchdichter, Meistersänger (15. Jh., deutschsprachig)

Inhalte: Die Dozierenden behalten sich vor, den Lehrplan entsprechend dem Kursverlauf sinnvoll zu ändern oder anzupassen.

Uhrzeiten: Die jeweiligen Kurseinheiten beginnen freitags 16:00 Uhr mit dem Kaffee und enden sonntags 13:30 Uhr mit dem Mittagessen. Je nach Verfügbarkeit der Dozierenden und in Absprache mit den Teilnehmenden kann es im Verlauf der Fortbildung zu Anpassungen kommen, sodass der Beginn einzelner Termine auf freitags 18:30 Uhr verlegt werden kann und das Ende auf sonntags 15:30 Uhr. Hinweis zur Anreise: Am Freitag können die Zimmer ab 14:00 Uhr bezogen werden (Änderungen vorbehalten).

Fortbildungsbegleitende Aspekte

Eine Web-Plattform stellt für alle Blöcke zusätzliche Informationen und Materialien (zur Vor- und Nachbereitung) zum Download bereit. Dort gibt es auch die Möglichkeit, Literatur zu sichten.

Partielle Teilnahme: Musiktheoretischer Zweig

Personen mit vorrangig musiktheoretischem aber zugleich praxisorientiertem Interesse erhalten auf Anfrage die Möglichkeit einer partiellen „passiven“ Teilnahme speziell an den musikgeschichtlich-theoretischen Unterrichtseinheiten, die jeweils am mittleren Tag der Präsenzblöcke liegen. Die Teilnahme am musikgeschichtlich-theoretischen Unterrichtsteil ist auf Anfrage möglich.

 

Gliederung der Kursblöcke

Die einzelnen Unterrichtstage haben jeweils unterschiedliche Schwerpunkte, auch wenn die thematischen Übergänge naturgemäß fließend und sinnvolle Abweichungen jederzeit möglich sind.

Musikpraxis

Ensembleunterricht

  • Ensemblespiel  Umsetzung von Kompositionen in kleinen Besetzungen
  • Repertoire  schneller Überblick über vorhandene Kompositionen einer Stilepoche
  • Notation und Blattlesen (von historischer Notation)  Umgang mit Faksimiles der originalen Handschriften
  • Improvisation Methoden stilgerechten Improvisierens (ein- und mehrstimmig)
  • Praktische Gehörbildung in enger Verbindung mit der Improvisation, wobei der Fokus jedoch von stilistischen hin zu intervallischen Phänomenen verschoben wird

Einzelunterricht vor der mit-lernenden Gruppe

  • Interpretation – stilistische Fragestellungen
  • Technik – Instrumentalspiel und Gesang, z.B. Erörterung von Fragen beim Umlernen von einem modernen auf ein historisches Instrument (Spezielle instrumentenspezifische Fragestellungen müssen ggf. extern bearbeitet werden.)
  • Solo-Repertoire – individuelle Erarbeitung von Stücken unterschiedlicher Epochen
  • Präsentation – Einzelarbeiten und Ergebnisse der häuslichen Arbeitsphasen

Musikgeschichte und Musiktheorie

Die Musik des Mittelalters ist von den Hörgewohnheiten eines modern geschulten Ohres recht weit entfernt. Daher ist es auch für praktizierende Musiker unumgänglich, durch theoretische Beschäftigung mit den Quellen, Satztechniken und dem kulturellen Umfeld der Musik, einen Zugang zu dieser alten und zugleich neuen Klanglichkeit zu finden.

Am in der Mitte des jeweiligen Kursblocks gelegenen Unterrichtstag können primär musikgeschichtlich interessierte Teilnehmende zur Kerngruppe der Fortbildung hinzukommen. An diesem Tag finden musikhistorische Einheiten im Wechsel mit praktischen Übungen statt.

Überwiegend praxisbezogene Referate und Diskussionsvorträge 

  • Musikgeschichte – zeitgeschichtliches Umfeld und kultureller Kontext
  • Aufführungspraxis und Instrumentenkunde – ein Blick auf historische Quellen und Abbildungen
  • Theoretische Gehörbildung – Schärfung des Ohres für spezifisch mittelalterliche Klangphänomene als Hilfe bei der praktischen Aufführung und beim Musikgenuss
  • Notationskunde – die tatsächliche Überlieferung des jeweils behandelten Repertoires in den Handschriften und das Lesen der originalen Notation
  • Satzlehre – Verständnis von Kontrapunkt und Melodiebildung der jeweiligen Stilepoche, Analyse der Kompositionen im Dienste der Aufführung (Bei hinreichender Qualifikation und Einarbeitung können Teilnehmende dabei auch lernen, fehlende Stimmen stilsicher zu ergänzen oder eigene Fassungen zu komponieren.)
  • Ästhetik – Diskussion über heutige Aufführungspraktiken, z. B. anhand von Aufnahmen.
  • ggf. Dozentenvorspiel – thematische Klangbeispiele Früher Musik


Voraussetzung

An der Teilnahme Interessierte sollten profunde musikalische Erfahrung, idealerweise in Form einer Hochschulausbildung, nachweisen können. Auch bereits bestehende Ensembles sind eingeladen, sich zur Fortbildungsreihe anzumelden. Unsere Dozent*innen entscheiden anhand der angegebenen Vorkenntnisse über Ihre Teilnahme.

Die Fortbildung zur Musik des Mittelalters erfordert den persönlichen Einsatz aller Teilnehmenden. Die Bereitschaft und Fähigkeit zur intensiven Weiterarbeit und regelmäßigen Vor- und Nachbereitung zwischen den einzelnen Unterrichtsblöcken ist Voraussetzung zur Teilnahme. Einzelne Einheiten zu versäumen, ist nur in begründeten Ausnahmefällen und nach persönlicher Absprache möglich.

 

Kontakt

Richten Sie Ihre Fragen gern an:

herber@burg-fuersteneck.de
+49 (0)6672-9202-19

Wir freuen uns auf Sie!