Kreatives Gefühlsmanagement
Strategien zur Selbstregulation
Gefühle haben eine enorme Bandbreite, reichen von himmlischen Höhen bis zu dunklen Abgründen. Wo wir im gesellschaftlichen Miteinander viele Unterschiedlichkeiten aufweisen und uns Welten trennen können – politisch, kulturell oder spirituell – sind wir uns im Gefühlsleben eigentlich recht ähnlich.
Deshalb ist das ein Bereich, wo Nähe und Tiefe entstehen und Unterschiede sich auflösen können. Trotzdem findet in unserer Sozialisation der Austausch hauptsächlich auf der intellektuellen Ebene statt, es wird viel geredet, geplant, diskutiert und die Gefühlsebene meistens ausgeklammert. Das kann dazu führen, dass Beziehungen oder Projekte an der Oberfläche stranden oder Meinungsverschiedenheiten sich so hochschaukeln, dass Verbindungen zerbrechen.
Die Gefühlsbewältigung wird meistens in die Hände von Therapeuten oder Coaches gelegt, weil es zu wenig Know How gibt, mit den eigenen Empfindungen umzugehen oder sie im Beziehungskontext so auszudrücken, dass Nähe entsteht oder Konflikte konstruktiv ausgetragen werden können.
Gemeinsam und alleine erforschen wir sprachlich, künstlerisch und körperlich verschiedene Wege und Methoden zum Gefühlsausdruck, damit du sie anschließend in deinem alltäglichen Leben erproben kannst, um mehr Tiefe und Nähe zu erleben.
Wir gehen Fragen nach, wie
- Was sind eigentlich Gefühle?
- Welche Informationen und Hinweise enthalten sie?
- Was kann ich tun, wenn ich von Empfindungen überrollt werde?
- Wie kann ich das, was ich fühle in Kontakt bringen?
- Wie kann ich mir und meiner Gefühlswelt nah sein?
Lernzielbeschreibung
Gefühlsbewältigung liegt oft in den Händen von Therapeut/-innen oder Coaches, weil es gesellschaftlich an praktischem Know-how mangelt, wie man mit eigenen Empfindungen umgehen kann. Es gibt eine ganze Unterhaltungs- und Konsumindustrie, die zahlreiche Möglichkeiten zur Ablenkung bietet und es ermöglicht, dem eigenen Inneren aus dem Weg zu gehen. Betrachtet man Gefühle jedoch als energetische Ladung, die einen Ausdruck finden will, wird deutlich, dass die Unterdrückung von Gefühlen ebenfalls Energie kostet und Nebenwirkungen haben kann – etwa, dass sich das Leben taub anfühlt, der Selbstkontakt verloren geht, somatische Beschwerden auftreten, wichtige Entscheidungen nicht getroffen oder notwendige Gespräche vermieden werden oder dass nach langer Zurückhaltung Gefühle im Konflikt an die Oberfläche platzen. Oft fehlt es auch an Know-how, wie das Innere so kommuniziert werden kann, dass es für andere gut aufzunehmen ist oder der Rahmen sich sicher genug anfühlt, um sich anzuvertrauen.
In diesem Workshop erforschen wir sprachliche, künstlerische und körperliche Wege zum Gefühlsausdruck und erproben, welche Wirkung sie auf uns haben. Ziel des Workshops ist es, durch das Kennenlernen unterschiedlicher Ausdrucksformen einen persönlichen Zugang zu finden, der sich stimmig anfühlt und im Alltag Anwendung finden kann. Im dynamischen Wechsel erkunden wir Möglichkeiten der Sprache, des bildnerischen und körperlichen Ausdrucks und nutzen die Natur als unterstützende Ressource. Auch der Gruppenprozess birgt ein Potenzial zur Selbsterfahrung: Er eröffnet ein experimentelles Übungsfeld, um in einem geschützten Rahmen Gefühle mitzuteilen und Strukturen kennenzulernen, die helfen, dass sich Äußerungen sicher anfühlen. Dabei orientieren wir uns an der Haltung der Gewaltfreien Kommunikation sowie an Kommunikationsstrukturen wie dem Redestab und der Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck.
Das erlernte Wissen kann beruflich – etwa in der Leitung von Teams und in Gruppenkontexten – Anwendung finden oder der eigenen Persönlichkeitsentwicklung und Schulung im Umgang mit Gefühlen dienen. Die Teilnehmenden identifizieren gesellschaftliche Auswirkungen mangelnder Emotionskompetenz und entwickeln Ideen, wie sie selbst zu einer resilienteren Gesellschaft beitragen können. Wir reflektieren über gesellschaftliche Herausforderungen (z. B. Leistungsdruck, emotionale Überforderung) und diskutieren kreative Werkzeuge zur gesunden Selbstführung im Kollektiv.
Zielgruppenbeschreibung
Geeignet für Erwachsene, die sich für den bewussten Umgang mit Gefühlen interessieren, sowie für Lehrkräfte, Pädagog/-innen und Multiplikator/-innen, die ihre emotionale Kompetenz in pädagogischen oder sozialen Kontexten vertiefen möchten.
30.11. - 04.12.2026
Dieses Seminar ist beim Hessischen Sozialministerium als Bildungsurlaub beantragt worden.
Aufgrund eines stark erhöhten Aufkommens von Anträgen beim Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales verzögert sich die Ausstellung der Anerkennungsbescheide für Bildungsurlaube. Sobald wir den finalen Bescheid vom Ministerium erhalten haben, schicken wir Ihnen diesen für ihre Unterlagen zu.
Hannah, eine gebürtige Hessin, lebt seit dem Jahr 2024 als freischaffende Künstlerin am Chiemsee in Bayern. Nach ihrem Studium der Visuellen Kommunikation in Berlin begann sie, sich kreativ forschend mit Pinsel und Papierschnipseln durchs Leben zu bewegen.

