Die Rhön im Nationalsozialismus
Eine Spurensuche – gegen das Vergessen der Taten, im Gedenken an die Opfer und die Konsequenzen für die Gegenwart
Diesem Zweck dienten auch die Lager des Reichsarbeitsdienstes, die in der Rhön zahlreich errichtet wurden. Exemplarisch ist hier das Lager am Schwarzen Moor. Junge Menschen wurden als „Arbeitsmänner“ und „Arbeitsmaiden“ zum Pflichtdienst herangezogen. Ebenso mussten in der Rhön nach Kriegsbeginn Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter unter übelsten Bedingungen arbeiten, auch für die heimische Wirtschaft. In diesem Zusammenhang steht auch der von der SS geführte Todesmarsch von Insassen des KZ Katzbach der Adlerwerke von Frankfurt nach Hünfeld. Und das Seminar blickt auf die Verbrechen an den Jüdinnen und Juden, die bis zu zehn Prozent der Bevölkerung in den Rhöner Gemeinden stellten.
Es wird in der Teilnehmerrunde des Bildungsurlaubs auch die Frage thematisiert werden, in welchem Ausmaß jeder Einzelne auch heute noch durch den Nationalsozialismus betroffen ist. Kriegsopfer, Vertreibung, Euthanasie oder NSDAP-Mitgliedschaften sind Themen, die in vielen Familien präsent sind.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erinnerungskultur nach 1945. Wie wird heute an die Opfer erinnert? Welche Rolle spielen Gedenkstätten, Museen und lokale Initiativen? Wie verändern sich Formen des Erinnerns über Generationen hinweg? Und welche Bedeutung hat die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit angesichts aktueller Herausforderungen für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt?
Inhalte des Seminars
• Nationalsozialismus direkt vor Ort
• Nationalsozialistische Herrschaft im regionalen Kontext
• Verfolgung von Jüdinnen und Juden, politischen Gegner/-innen
• Ausbeutung von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern
• Arbeit mit historischen Quellen und Biografien
• Exkursionen zu Erinnerungsorten und Gedenkstätten
• Entwicklung der Erinnerungskultur nach 1945
• Demokratiebildung und historische Verantwortung
• Bedeutung von Erinnerungskultur für eine offene und demokratische Gesellschaft
Lernziele
Die Teilnehmenden erwerben Kenntnisse über die Geschichte des Nationalsozialismus in der Rhön und das Ausmaß seiner Verbreitung. Sie setzen sich mit Formen des Erinnerns und Gedenkens auseinander und stärken ihre demokratische Handlungskompetenz im Alltag.
Sie werden sich bewusst, dass Politik jeden betrifft und jeder sich am politischen Geschehen beteiligen kann.
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich an alle Interessierten, die sich mit regionaler Zeitgeschichte, Erinnerungskultur und Fragen demokratischer Verantwortung auseinandersetzen möchten. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
16.11. - 20.11.2026
Dieses Seminar ist beim Hessischen Sozialministerium als Bildungsurlaub beantragt worden.
Aufgrund eines stark erhöhten Aufkommens von Anträgen beim Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales verzögert sich die Ausstellung der Anerkennungsbescheide für Bildungsurlaube. Sobald wir den finalen Bescheid vom Ministerium erhalten haben, schicken wir Ihnen diesen für ihre Unterlagen zu.
Dieses Seminar ist mit 5 Tagen als hessische Lehrerfortbildung akkreditiert worden.
Wichtiger Hinweis:
Durch eine beantragte Förderung von Bundes- oder Landesmitteln kann dieses Seminar zu einem günstigeren Preis als üblich angeboten werden.
Ich lebe und arbeite im Biosphärenreservat Rhön als zertifizierter Natur- und Landschaftsführer und Akteur im osthessischen Netzwerk „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“.
Dabei komme ich einem breiten gesellschaftlichen Spektrum nahe, von Kindern bis zu Senioren. In diesem Rahmen gestallte ich sowohl Umweltbildung als auch praktische Naturschutzarbeit. Neben AGs an Schulen betreue ich Senior-Ranger und Junior-Ranger-Gruppen, mache ein wenig LandArt-Kunst und leite Bildungsurlaube.
Neben den ökologischen Zusammenhängen beleuchte ich auch gerne historische Aspekte der Rhön. Mein Motto lautet: Den Herzschlag der Region mitgestalten!

